6.Adventskonzert 2024. Rechte bei Moni Schneider Mild kleinNach langer Zeit endlich mal wieder ein Adventskonzert in der Matthäuskirche: Fünf Jahre ist es her, dass die Kantorei das Weihnachtsoratorium von Camille Saint-Saens im Jahr 2019 erklingen ließ. Nun das hörenswerte „Come back“ mit Instrumentalmusik und einer modern vertonten Weihnachtsgeschichte, die in acht musikalischen Episoden den Weg nach Bethlehem zum neugeborenen Heiland beschreibt.
Eröffnet wurde das Konzert mit Sätzen aus der Ouvertüre a la Pastorelle von Georg Philipp Telemann – die Suite mit Tanzsätzen für Streicher und Continuo zeichnet sich gleichzeitig durch Musik der Erwartung und Fröhlichkeit aus. Im Adagio von Joseph Haydn, musiziert vom Roland Baumgarte am Violoncello, konnte sich die Sehnsucht auf den kommenden Heiland abbilden. Gemeinsam mit dem Publikum füllte dann beim Lied „Tochter Zion“ erster großer gesungener Stimmenklang die Kirche. Höhepunkt des Konzertes sollte dann die Vertonung der Weihnachtsgeschichte von Lloyd Larson bilden.


Im Wechsel mit zwei Erzählern, die im Dialog jeweils Textpassagen voranstellten, erklang mit kammermusikalischer instrumentaler Besetzung eine bildhafte Erzählung aus dem Fundus bekannter englischer Weihnachtslieder, die der Komponist Lloyd Larsson zu einem stilvollen und eingängigen Arrangement zusammengestellt hat. Durch dieses besondere Konzertformat wurden die Zuhörerinnen und Zuhörer von Beginn an in das Gesamtwerk hineingezogen, so dass sie nach jedem Dialog der beiden Erzähler gespannt auf die folgende musikalische Antwort des Chors und Instrumentalensembles warteten. Dabei ging es inhaltlich in einem
weiten Bogen von der Ankündigung, Weissagung und Wegbereitung des Messias, über die Engelsbotschaft an die Hirten, bis zum Aufbruch nach Bethlehem, um die Geburt des Heilands mitzufeiern. Birgit Queißner hatte ein Werk ausgewählt, das sowohl in schwungvollen wie auch einfühlsamen Passagen freudig die Weihnachtsbotschaft verkündete. Kein Wunder, dass das Publikum vom ersten Stück an in den Bann gezogen war und sich an einigen Stellen sogar zum Zwischenapplaus hinreißen ließ. Auch im Chor und bei den Instrumentalisten verspürte man diesen begeisternden Funken, mit dem gesungen und musiziert wurde. Am Ende hinterließ das Konzert einen starken Eindruck und schickte die gut 200 Besucherinnen und Besucher beschwingt auf ihren Heimweg an diesem 2.Advent.

Klaus Wolf